Time-Lapse-Technologie
Arten von Inkubatoren für die Embryokultur
Es gibt zwei Arten von Inkubatoren, die für die Embryokultur verwendet werden:
Konventionelle Inkubatoren: Wenn Embryonen in konventionellen Inkubatoren kultiviert werden, werden sie nahezu täglich zur Beurteilung ihrer Entwicklung aus dem Inkubator entnommen. Bereits eine kurze Exposition außerhalb des Inkubators kann die stabilen Kulturbedingungen (Temperatur, Gase, pH-Wert) stören, die für eine optimale Embryonalentwicklung entscheidend sind. Zudem basiert die Beurteilung nur auf bestimmten Zeitpunkten und erfasst nicht den vollständigen dynamischen Entwicklungsverlauf der Embryonen.
Time-Lapse-Inkubatoren – EmbryoScope+: Mit der Weiterentwicklung der Time-Lapse-Technologie ist es heute möglich, Embryonen kontinuierlich zu überwachen, ohne die Kulturbedingungen zu stören. Das EmbryoScope+ ist ein vollständig integriertes Kultur- und Bildgebungssystem, das eine stabile Mikroumgebung mit einer kontinuierlichen Überwachung der Embryonen kombiniert.
Das System verfügt über eine integrierte Kamera und ein spezielles Mikroskop, das automatisch in regelmäßigen Abständen und auf mehreren Fokusebenen Bilder der Embryonen aufnimmt. Diese Bilder werden zu einem Video zusammengesetzt und ermöglichen einen vollständigen Einblick in die Entwicklung jedes Embryos – von den ersten Stunden nach der Befruchtung an.
EmbryoScope+ gehört weltweit zu den am häufigsten verwendeten Time-Lapse-Systemen und gilt als Maßstab für Embryokultur und Embryobewertung.
Vorteile des EmbryoScope+
Die Aufrechterhaltung einer stabilen Umgebung während der Embryokultur ist essenziell, da bereits geringe Schwankungen die Entwicklung und Qualität der Embryonen beeinflussen können. Das EmbryoScope+ ermöglicht eine kontinuierliche Echtzeitüberwachung der Embryonen, ohne dass diese aus dem Inkubator entnommen werden müssen, wodurch während der gesamten Kulturzeit optimale Bedingungen gewährleistet bleiben.
Die Time-Lapse-Technologie ermöglicht eine detaillierte Aufzeichnung der Embryonalentwicklung und erlaubt die Bewertung nicht nur der Morphologie, sondern auch des dynamischen Entwicklungsverhaltens.
Die kontinuierliche Überwachung ermöglicht zudem die Erkennung wichtiger Entwicklungsschritte, die ansonsten möglicherweise unbemerkt bleiben würden, und bietet dadurch eine vollständigere und zuverlässigere Beurteilung der Embryonenqualität.
Darüber hinaus werden die fortlaufenden Bildaufnahmen zu einem Video der Embryonalentwicklung zusammengestellt, sodass jedes Paar die frühesten Entwicklungsstadien seiner Embryonen beobachten kann.
Künstliche Intelligenz und IVF
In den letzten Jahren hat künstliche Intelligenz (KI) eine zunehmend wichtige Rolle in der assistierten Reproduktion eingenommen. Der EmbryoScope+-Inkubator integriert den iDAScore-Algorithmus (Intelligent Data Analysis Score), der Entwicklungsdaten der Embryonen analysiert und eine objektive Bewertung basierend auf dem Entwicklungspotenzial jedes Embryos erstellt.
Im Gegensatz zu traditionellen Bewertungsmethoden, die auf subjektiven Einschätzungen beruhen, liefert der iDAScore eine standardisierte und objektive Beurteilung und reduziert Unterschiede zwischen verschiedenen Embryologen. Dadurch wird die Genauigkeit bei der Auswahl von Embryonen verbessert, insbesondere in Fällen, in denen das morphologische Erscheinungsbild ähnlich ist.
Künstliche Intelligenz dient dabei als unterstützendes Werkzeug für den Embryologen, um evidenzbasierte Entscheidungen zu erleichtern und Embryonen mit dem höchsten Implantationspotenzial auszuwählen.